12 von 12 im August 2022 – Momente aus meinem Alltag

Cyanotypie „Corona“ Romy Pfyl

Wenn meine Bilder in die Welt hinaus gehen

Heute ist Freitag, der 12. August. Ich habe, so wie schon diesen ganzen schönen Sommer lang, in meinem Futonbett auf der Terrasse geschlafen. Ich liebe es, so unmittelbar, die nächtliche Natur meines Hintergartens zu erleben. Die kühle frische Luft auf der Haut, dem Gesang der Zikaden zu lauschen und von meinem Bett aus in den Sternenhimmel zu staunen

Sonnenaufgang auf der Terrasse

Sonnenaufgang auf der Terrasse. Meistens ist es noch dunkel, wenn ich aufwache. Heute begrüßt mich als Erstes ein zartes, vielleicht schon herbstlich zurückhaltendes Sonnenlicht. Die Windenblüten mit ihrem magischen Violett sind eine Vormittagsfreude. Mittags schon schließen sie ihre prächtigen Blütentrichter.

Pflanzendarstellund in der Kunst
Buchrezension

Gestern habe ich auf meinem Blog eine Buchrezension veröffentlicht. „FLORA – 3000 Jahre Pflanzendarstellung in der Kunst“. Noch im Bett, Kaffee schlürfend, teile ich den Link in den sozialen Medien und schreibe einen kurzen Text dazu.

Holunderbeeren und Frühstücksei

Mein Huhn Pavina hat mir ein frisches Frühstücksei spendiert. Die Holunderbeeren sind dunkelviolett und vollreif. Mit ihnen koche ich koche eine Holderzonne, das ist eine Holundersuppe. Das Wort Zonne verbinde ich mit meiner Mutter, die ursprünglich aus dem Kanton Thurgau stammte. Sie sagte Zonne mit so einer Begeisterung und einem Strahlen, dass uns Kindern schon im Voraus in freudiger Erwartung dieser Köstlichkeit, das Wasser im Mund zusammenlief.

Aubergine und Peperoni

Melanzani und Paprika, frisch aus dem Garten. Die Paprika ist unglaublich groß und dickwandig und die Melanzani eine feingestreifte Schönheit. Ich werde sie zum Mittagessen genießen.

Gurkr

Jetzt, wo die Blätter der Gurken langsam gelb und braun werden, fangen die Gurken endlich an zu wachsen und gedeihen. Vorher ist die ganze Kraft der Pflanze in die großen grünen Blätter gegangen. Die gelbbraunen Blätter werden immer zarter und transparenter. Das verlockt mich, mit ihnen eine Cyanotypie auszuprobieren.

Cyanotypieren mit Pflanzen

In der starken Mittagssonne sind die Cyanotypien schon in zehn Minuten fertig belichtet. Anschließend werden sie noch für zehn Minuten im Wasser entwickelt.

Cyanotypie Blattnervatur

Noch auf dem nassen und noch nicht ganz fertig entwickelten Papier sehe ich, dass die Struktur des Gurkenblattes wunderschön sichtbar wird. Diesen Sommer habe ich mich mit sehr verschiedenen Techniken beschäftigt, wie sich Pflanzenschönheiten darstellen lassen. Für die Frottage und den Sonnendruck habe ich dazu Anleitungen geschrieben. Ich liebe dieses Experimentieren sehr.

Cyanotypien mit Pflanzen

Der Impuls zum Experimentieren kam ursprünglich, weil ich heuer beim Sommerbündel Projekt mitmache, bei dem es um Pflanzendruck in Sepia und Indigo geht. Mit dabei sind 169 Künstler*innen in 24 Gruppen, die untereinander ihre Kunstwerke tauschen. Heute mache ich für meine Gruppe noch eine Serie von Cyanotypien mit Glückskleeblättern auf Fotopapier.

Bahnhof Wolkersdorf

Am Nachmittag fahre ich mit dem Zug nach Wien. Seit kurzer Zeit trainiere ich zweimal wöchentlich für den Aufbau meiner Muskeln. Heute habe ich ein begleitetes Rückentraining. Mich freut es, wieder regelmäßig in Wien unterwegs zu sein.

Schmorgemüse und Hähnchenbrust

Nach dem Training besuche ich Marco, einen langjährigen Bekannten und Freund meiner Kunstwerke. Er verwöhnt mich mit Schmorgemüse, Salat und köstlichen Hühnerbrüstchen, einem Rosé aus Niederösterreich und einem selbergebackenem Apfelkuchen.

Gräser Objekt von Romy Pfyl

Dieses Objekt mit den laminierten Gräsern hat Marco schon vor zwanzig Jahren bei mir gekauft. Er erzählt mir, dass es in dieser Zeit schon in unzähligen Wohnungen gehangen hat. Sobald das Bild in der neuen Wohnung platziert war, hat er sich jeweils gleich zu Hause gefühlt. In dieser Wohnung hat er die senfgelbe Sitzgarnitur passend zum Gräser-Objekt gekauft.

Romy Pfyl vor Cyanotypie

Diese Cyanotypie aus der Serie „Gespräche mit dem Japanknöterich“ hat Marco von seiner Cousine rahmen lassen. Sie hängt stimmig arrangiert in seinem Schlafzimmer. Für mich ist es eine große Freude zu sehen, wie meine Bilder in die Welt hinausgehen, über die Jahre begleiten und ihren Platz einnehmen. Und so geht dieser gemütliche Abend mit Gesprächen, Gedankenaustausch und einer nächtlichen Zugfahrt nach Hause zu Ende.

4 Kommentare

    1. Danke liebe Sue …für mich macht es vor allem auch das Hinschauen aus. Wenn ich ein 12 von 12 schreibe, erlebe ich die Momente eines Tages bewusster und realisiere dabei wie großartig jeder einzelne Tag eigentlich ist 🤗 Liebe Grüße Romy

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.