Monatsrückblick – Juli 2022 – entdecken, erforschen und genießen

Obwohl ich gefühlt diesen Monat eher als Urlaub zu Hause genossen habe, ist doch einiges passiert. Auch aus beruflicher Sicht hat sich Vieles entwickelt. In der Ruhe liegt die Kraft, fällt mir dazu ein. Eigentlich sollte ich mir so eine Urlaubszeit öfters gönnen … und noch etwas fällt mir dazu ein … mein Vater hat es immer wieder betont: „Am Schönschte ischs diheimä.“

Die Wiederentdeckung des Schreibens

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da habe ich gerne und viel geschrieben. Durch das regelmäßige Bloggen wird mir jetzt erneut bewusst, wie wertvoll das Schreiben für mich ist. Da geht es ums Festhalten, Ausdrücken, Bewahren, in den Fluss kommen, Geschichten entdecken, Schönheiten beschreiben, das Leben erforschen, im Austausch sein, das Leben zeichnen … Schreiben öffnet mir die Türen, zu anderen, zur Welt und zu mir selbst. Schreiben kann auch anstrengend sein, ins Stocken geraten, von Zweifeln überschüttet werden. Manchmal liebe ich es, ohne Zensur zu schreiben, loszuschreiben und einfach schreiben, schreiben …
Oder auch das Hineinsinken in einen eigenen Text, das daran Arbeiten, Herumfeilen, bis er Wort für Wort stimmig wird.
Oder aus dem Blauen eine Geschichte erfinden, Staunen, was da zum Vorschein kommt und Schritt für Schritt der Intuition, den Ideen, die sich abzeichnen zu folgen, zu spinnen und ins schreibende Tun zu kommen.

Kunstwerke austauschen

Sonnendrucke in blau
Erste Post vom Sommerbündel

Ende Juni kontaktierte mich die Künstlerin und Bloggerin Kristina Schaper aus Kopenhagen. Sie erzählte mir vom Post-Kunst-Werk von Michaela Müller und Tabea Heinicker und ihrem heurigen Sommerbündel Projekt, bei dem es um Pflanzendruck in Sepia und Indigo geht. Sie laden zu einem sommerlichen Pflanzendruckrausch ein. Mit dabei sind 169 Künstler*innen in 24 Gruppen. Ich entscheide mich mitzumachen und bin gespannt.
Die Idee ist, dass die sieben Teilnehmerinnen einer Gruppe je sieben Sommerbündel mit mindestens fünf Papieren/Stoffen gestalten. Wöchentlich schickt die Teilnehmerin, die in dieser Woche dran ist, ihre Werke per Post an die anderen sechs Teilnehmer*innen. Zum Schluss hat dann jede(r) ein großes Bündel mit wunderschönen Naturdruckmaterialien, welches individuell weiter gestaltet werden kann, zum Beispiel als Collage oder als Buch. Mich inspiriert dieses Projekt dazu, mich mit Drucktechniken zu beschäftigen.

Neue Techniken erforschen

Frottage, mit Farbstiften wird die Struktur eines Blattes durch Reiben sichtbar gemacht
FrottageIn der Nervatur eines Blattes auf Fantasiereise gehen

Ich möchte die Hitze des Sommers einfach zum Spielen nutzen und das machen wonach mir gerade ist. Diesen Luxus gönne ich mir. Ich probiere und experimentiere mit verschiedenen Techniken, wie sich Pflanzen darstellen lassen. Dann habe ich Lust, das Ganze zu dokumentieren, über die Hintergründe zu recherchieren und einfache, verständliche und gut umsetzbare Anleitungen zu schreiben. Vor 14 Tagen veröffentlichte ich auf meinem Blog eine Anleitung für den Sonnendruck und vor fünf Tagen eine Anleitung für die Frottage. Ich war sehr überrascht über das große Interesse und die vielen Reaktionen. Laut Google Analytics wurde meine Website im letzten Monat 1270-mal aufgerufen. Der Sonnendruck 522-mal und die Frottage 123-mal.

Gestern der Anruf einer Bekannten, die für die Bezirkszeitung jeweils eine Kinderseite gestaltet. Das Thema ihres nächsten Artikels ist Baum. Sie möchte ihn gerne zu meiner Frottage Anleitung verlinken und mit einem Frottage Bild von mir darüber berichten. In einem nächsten Artikel wird es um das Thema Energie gehen. Dafür möchte sie dann meinen Sonnendruck Artikel verlinken.
Ich freue mich sehr über diese Resonanz. Es verblüfft mich einmal mehr, zu realisieren, dass der Erfolg sich fast automatisch einstellt, wenn ich etwas mit Leichtigkeit und Freude angehe.

Begegnungen im realen Leben

Interview

Der Journalist und Autor Ernst Schmiederer besuchte mich in meinem floramiraculo ArtLabor, um ein Interview zu machen.
Das war ein erbaulicher Nachmittag mit feinsinnigen Fragen, einem stimmigen Austausch und dem Entdecken von gemeinsamen Interessen.
Der Artikel mit dem Interview wird in der Septemberausgabe der Kunstzeitschrift Kunststoff erscheinen.

Er hat mir zwei Bücher dalassen, die ich mit Begeisterung lese:
IMPORT/ EXPORT – Berichte aus nächster Nähe/ Berichte aus der Ferne
Berichte von Bekannten/ GESCHICHTEN DER GEGENWART
Ein reicher Fundus von Begegnungen mit Ausländer*innen im Inland und Inländer*innen im Ausland. Mir gefällt diese kurze und dichte Art zu schreiben sehr. Die Texte in den Büchern beeindrucken mich. Es ist bereichernd, die Vielfältigkeit der Menschen, ohne Wertung einfach wahrzunehmen.

Finissage

Weil es in letzter Zeit wenig Gelegenheit dazu gegeben hat, genieße ich es um so mehr wesensverwandten und ähnlich gestimmten Menschen zu begegnen. So eine Möglichkeit ergab sich bei der Finissage der Ausstellung „Aufwachen“ in der Galerie am Park in Wien, bei der sämtliche ausstellende Künstlerinnen da waren. Mir hat die Vielfältigkeit der ausgestellten Werke sehr gefallen und auch die feine Art der Präsentation. Es war schön, meine vier Arbeiten: „Gespräche mit dem Japanknöterich“ im Austausch mit den anderen Arbeiten ganz neu wahrzunehmen.

Teilnehmende Künstler*innen der Ausstellung Aufwachen
Finissage der Ausstellung „Aufwachen“ in der Galerie am Park in Wien
Foto © Elisabeth Öggl
Blogkolleginnen

Anfang Juli kam ich aus der Steiermark zurück und genoss einen Heurigenabend mit intensiven Gesprächen mit meinem Blogbuddy Kerstin Salvador aus Berlin, die mir für zwei Wochen Haus und Garten gehütet hat.
Ende des Monats nahm Uli Pauer aus Wien den Weg zu mir unter die Füße (gut, die Eisenbahn hat auch ein wenig mitgeholfen.)
Es ist schon interessant, wie vertraut wir einander durch das gemeinsame Bloggen online schon bei der ersten Begegnung im realen Leben sind.

Kerstin Salvator und Romy Pfyl beim Heurigen
Kulinarische Genüsse mit Kerstin beim Heurigen Faber

Die überbordende Fülle des Sommers genießen

In meinem Garten hinterm Haus wächst und sprießt es.
Unglaublich, was in so einem Hintergärtchen alles Platz hat. Momentan regiert der Sommer mit seiner überbordenden Fülle. Nase, Auge und Gaumen, riechen, schauen und schlemmen im Übermaß … jeden Tag … mit Freude und Dankbarkeit.
Mein Garten ist mein Refugium. Hier komme ich zur Ruhe. Ich liebe es jeden Tag neue Beobachtungen anzustellen und an den Sommerabenden nach einem heißen Tag mit meiner Gießkanne eine Runde zu machen.

Zwetschgen im Hintergarten
Köstliche Riesenzwetschgen

6 Kommentare

  1. Liebe Romy,
    Dachte ich mir‘s doch, das die Sommerpost etwas für Dich sein könnte…🙂Und toll, was sich alles daraus ergeben hat- die tollen Anleitungen und das Interesse an deiner Arbeit! Schön, dass ich dich über die Boomboomblog Challenge gefunden hab! Herzliche Grüße aus dem Norden
    Kristina

  2. Wunderbar…, so schöne Erlebnisse, Impulse und Begegnungen, vielleicht für mich auch doch ein Anstoß wieder ernsthafter zum Bloggen zu finden, das Erlebnis des Influsskommen beim Schreibprozess vermisse ich nämlich…

  3. Liebe Romy, du sprichst von einer Bekannten und dem Thema Baum. Nach deiner Anleitung fertigte ich eine Frottage mit einem Blatt des Purpurglöckchens. Das Bild ließe ich mehreren Menschen sehen. Interessanterweise meinen sie, es handle sich bei der Frottage um ein Bildnis eines Baumes, obwohl es sich um ein einzelnes Blatt des Purpurglöckchens handelt in der Größe einer Walnuss.

    1. Ja, das ist interessant, wie sich in der Natur die immer gleichen Muster wiederholen. Das Purpurglöckchenblatt ist besonders hübsch und zart. Ich wünsche dir weiter viel Freude mit der Frottage liebe Monika

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.